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Stehst du in deiner Arbeit oder in deinem Ehrenamt vor der Herausforderung, (junge) Menschen für Politik zu begeistern oder hast du Sorge, dass kontroverse Themen deine nächste Veranstaltung sprengen könnten? Lies hier an einem konkreten Beispiel, wie ich als Moderator mit klarer Haltung, interaktiven Formaten und Fokus auf Konflikte politische Veranstaltungen so begleite, dass sie nicht nur informieren, sondern auch empowern. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie das gelingt und wie ich dich dabei unterstützen kann.
Am 30. September 2024 moderierte ich am Paul-Klee-Gymnasium der Stadt Gersthofen eine Podiumsdiskussion mit anschließendem Speeddating organisiert von der AG Schule mit Courage – Schule gegen Rassismus gemeinsam mit dem Jugendbeirat der Stadt Gersthofen. Ziel war es, Erstwähler:innen einen lebendigen Einblick in politische Diskussionen zu geben und sie auf die anstehende Europawahl vorzubereiten. Als Konfliktberater und politischer Bildner begleitete ich die Veranstaltung nicht nur als Moderator, sondern auch als Impulsgeber für die Vorbereitung der AG und als Garant für einen diskriminierungsfreien Austausch. Die Herausforderung: Wie schafft man einen Raum, in dem kontroverse Positionen diskutiert werden können, ohne rassistischen oder antidemokratischen Aussagen Raum zu geben? Und wie vermittelt man jungen Menschen gleichzeitig, dass politische Bildung mehr ist als nur die Auseinandersetzung mit Inhalten, sondern auch die Fähigkeit, Haltung zu zeigen und Grenzen zu ziehen?
Die AG Schule mit Courage – Schule gegen Rassismus des Paul-Klee-Gymnasiums entwickelte das Konzept der Veranstaltung selbst: eine Podiumsdiskussion mit Politiker:innen der im EU-Parlament vertretenen Parteien, gefolgt von einem Speeddating, bei dem die Schüler:innen in kleinen Gruppen direkt mit den Gästen ins Gespräch kommen konnten. Der Jugendbeirat der Stadt Gersthofen lud die Podiumsgäste ein, während ich die AG im Vorfeld mit einem Impulsworkshop bei der Vorbereitung unterstützte.
Im Vorfeld der Veranstaltung arbeitete ich mit der AG in einem Impulsworkshop zusammen. Ziel war es, die Schüler:innen auf die Podiumsdiskussion vorzubereiten: Wie formuliert man präzise Fragen? Wie reagiert man auf kontroverse Aussagen? Und wie schafft man einen Rahmen, der demokratische Werte sichtbar macht? Besonders wichtig war der AG, dass rassistische oder antidemokratische Aussagen im Speeddating nicht unwidersprochen bleiben – eine Aufgabe, die ich am Abend selbst übernahm.
Die Podiumsdiskussion begann mit einer kurzen Vorstellung der Gäste, bei der ich die wichtigsten Meilensteine ihrer politischen Laufbahnen und prägnante Zitate aufgriff. Als Warm-up mussten die Podiumsgäste Entweder-Oder-Fragen beantworten, etwa „Social Media verbieten: Ja oder Nein?“ oder „Mehr Rüstung oder mehr Diplomatie?“, während das Publikum live und digital (via Tweedback) abstimmte. Dies schuf nicht nur eine interaktive Atmosphäre, sondern ermöglichte den Schüler:innen auch, ihre eigenen Standpunkte mit denen der Politiker:innen abzugleichen.
Inhaltlich lag der Fokus auf zwei Schwerpunkten:
Die thematische Ausrichtung erfolgte dabei bewusst zweifach: Einerseits an der Europawahl selbst, andererseits an den Ergebnissen der Shell Jugendstudie 2024, die den Themenkomplex Krieg und Frieden als zentral für Jugendliche in Deutschland identifiziert. Diese Verknüpfung unterstrich die Relevanz der Diskussion für die Zielgruppe und zeigte, wie fundierte Vorbereitung politische Bildung lebendig macht. Besonders wichtig war mir, die Diskussion klar innerhalb der Grenzen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu rahmen. Ich machte von Beginn an deutlich: Wo Meinungsfreiheit endet und Hetze beginnt. Dieses klare Framing war nicht nur eine inhaltliche Notwendigkeit, sondern auch eine bewusste Abgrenzung zu Podiumsdiskussionen, die um Klickzahlen willen auch Diskriminierung und Gewaltverherrlichung in Kauf nehmen.
Im anschließenden Speeddating hatten die Schüler:innen die Möglichkeit, in drei Runden mit den Politiker:innen in kleinen Gruppen ins Gespräch zu kommen. Um einen respektvollen Austausch zu gewährleisten, waren Netiquette (eine Netiquette sollte bei keiner Diskussion fehlen: hier ein hilreicher Beitrag der Amadeu Antonio Stiftung dazu) ausgelegt und Moderationshilfen für die Kleingruppen vorbereitet. Meine Aufgabe war es, den Vertreter der AfD in den Runden zu begleiten. Die AG hatte klar formuliert: Antidemokratischen und rassistischen Aussagen sollte kein Raum gegeben werden. Durch schnelle analytische Einordnung seiner Aussagen gelang es mir, dem Ziel der AG gerecht zu werden. Auch wenn die Präsenz der AfD einen bitteren Beigeschmack hinterließ. Der AfD-Politiker war der Wolf im Schafspelz: bereit Demokratie zu zersetzen, aber noch Teil der demokratischen Gemeinschaft.
Die Veranstaltung war ein voller Erfolg: Von der Vorbereitung im Impulsworkshop über die lebendige Podiumsdiskussion bis hin zum Speeddating gelang es, politische Bildung erlebbar zu machen. Besonders wertvoll war für die Schüler:innen die Erfahrung, dass demokratische Haltung nicht nur theoretisch diskutiert, sondern auch praktisch gelebt werden kann: durch klare Grenzen gegenüber antidemokratischen Positionen. Ein abschließender Reflexionstermin mit der AG hätte die Zusammenarbeit abgerundet und den Impuls zur politischen Bildung vervollständigt. Dennoch: Die Veranstaltung zeigte, wie wichtig es ist, junge Menschen nicht nur mit Inhalten, sondern auch mit Haltung zu stärken.
Planst du eine ähnliche Veranstaltung oder suchst Unterstützung bei der Moderation politischer Diskussionen? Ich begleite dich gerne bei:
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