Konfliktkompetenz und

demokratische Haltung

Wieso gehören Konfliktkompetenz und demokratische Haltung zusammen? An folgendem Beispiel wird deutlich, wie es am Arbeitsplatz und im Ehrenamt gelingen kann, die eigene Blase zu verlassen und mit positivem Beispiel, füreinander und für Demokratie einzustehen ohne Konflikten aus dem Weg zu gehen.

Die Titelfolie der Präsentation zum Thema Konflikten aktiv begegnen
Die erste Folie zum Workshop „Konflikten aktiv begegnen“, gehalten in Burg Feuerstein 2024.

Am 7. Juni 2024 leitete ich einen Workshop auf der Burg Feuerstein im Rahmen der Zukunftswerkstatt der THW Jugend Bayern. Ziel war es, ehrenamtlich Engagierten Grundlagen der Konfliktregulierung zu vermitteln – mit einem besonderen Fokus auf demokratische Haltung. Der Workshop verband theoretische Impulse mit praktischen Übungen, um den Teilnehmenden konkrete Werkzeuge für ihre Arbeit an die Hand zu geben.

Konflikte konstruktiv zu bearbeiten ist eine Herausforderung, die uns täglich begegnet: am Arbeitsplatz unter Kolleg:innen, als Lehrkräfte im Klassenzimmer und eben auch unter engagierten Mitstreiter:innen im Ehrenamt. Brisant sind Situationen, in denen menschenfeindliche oder demokratiefeindliche Positionen aufkommen ohne dass diese kontextualisiert und klar benannt werden, besonders und vor allem in der Arbeit mit Jugendlichen. Wie kann man klar Stellung beziehen, ohne Jugendliche oder Kolleg:innen zu bevormunden oder die Situation zu eskalieren? Diese Frage stand im Zentrum des Workshops.

Jugendarbeit in polarisierten Zeiten

Die THW Jugend Bayern engagiert sich für junge Menschen und vermittelt nicht nur technische Kompetenzen im Bereich Katastrophenschutz, sondern schafft auch Räume, in denen Jugendliche gesellschaftliche Verantwortung erleben können. Diese Arbeit der THW Jugend findet nicht im luftleeren Raum statt. Sie ist eingebettet in eine Gesellschaft, in der demokratiefeindliche Strömungen stärker werden und das Geschäft mit der Polarisierung auf Social Media boomt.

Für Vereine, Bildungsträger und Verwaltungen stellt sich dieselbe Frage: Wie kann es gelingen, innerhalb diesen sich überschlagenden Debatten den eigenen Fokus zu bewahren und gleichzeitig am Zahn der Zeit zu bleiben? Mein Workshop „Konflikten aktiv begegnen“ gibt den Teilnehmenden nicht nur Methoden an die Hand, sondern schafft Gelegenheit, die eigene Haltung und das eigene Erleben zu reflektieren. Denn nur wer sich seiner Werte bewusst ist, kann in Konflikten klar, überzeugend und schlagfertig Position beziehen.

Haltung und Konfliktbearbeitung gehen Hand in Hand. Folie 13 der Präsentation zum Workshop „Konflikten aktiv begegnen“.
Haltung und Konfliktbearbeitung gehen Hand in Hand. Die eigenen Werte und Positionen zur reflektieren sind ausschlaggebend für einer erolgreiche Konfliktbearbeitung.

Einblick in den Workshop: Theorie und Praxis verzahnen

Zu Beginn des Workshops lag der Fokus darauf, einen vertrauensvollen Raum zu schaffen. Nur so können Teilnehmende offen über Erfahrungen mit Diskriminierung oder eskalierten Konflikten sprechen, also Themen, die oft belastend sind.

Im Hauptteil arbeiteten wir mit zwei zentralen Impulsen:

  • Konflikttheorie nach Friedrich Glasl

    Glasls Definition von Konflikt diente als Grundlage, um eigene Erfahrungen einzuordnen: „Sozialer Konflikt ist eine Interaktion zwischen Aktoren, wobei wenigstens ein Aktor Differenzen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen oder Wollen erlebt, die zu einer Beeinträchtigung führen.“ Die Teilnehmenden diskutierten, wo ihnen Konflikte in ihrer ehrenamtlichen Arbeit begegnet sind und wie sie damit umgegangen sind. Das 9-Stufen-Eskalationsmodell nach Glasl half, Konflikte zu analysieren und Handlungsoptionen abzuleiten.

  • Gewaltfreie Kommunikation und demokratische Haltung

    Wir übten, Konflikte durch Ich-Botschaften und aktives Zuhören konstruktiv zu bearbeiten. Als Leitplanken nutzten wir den Beutelsbacher Konsens und die Satzung der THW Jugend Bayern, um demokratische Werte im Arbeitsalltag zu verankern.

Mit diesen Kerninhalten gelang es uns, einen Rundumschlag im Umgang mit herausfordernden Situationen in der Jugendarbeit zu finden und die eigene Präsenz als Ehrenamtliche zu stärken.

Reflexion: Haltung stärken, Konflikte gewaltfrei lösen

Der Workshop zeigte, wie entscheidend es ist, in der Jugendarbeit nicht nur Methoden zu vermitteln, sondern auch die eigene Haltung zu reflektieren. Die Teilnehmenden betonten, dass die Auseinandersetzung mit Konflikten und demokratischen Werten mehr Raum und Zeit braucht. Ein einzelner Workshop könne nur der Anfang sein.

Für mich wurde deutlich: Ehrenamtliche in der Jugendarbeit benötigen regelmäßige Gelegenheiten, um ihre Haltung zu stärken. Nur so können sie Konflikte gewaltfrei lösen und einen diskriminierungsfreien Raum schaffen. Politische Bildung findet zu jeder Zeit statt, ob im Meeting oder in der Jugendarbeit. Es braucht mehr Menschen, die durch klare Haltung überzeugen und positive Orientierungspunkte setzen.

Steht ihr in eurer Organisation, in eurer Kommune oder in eurer Arbeit vor ähnlichen Herausforderungen? Meine Arbeit verbindet theoretische Fundierung mit praktischer Umsetzung: ob in der Kommunalen Konfliktberatung, der Moderation politischer Diskussionen oder der Entwicklung von Bildungsformaten für Haltung und Demokratie.

Ich unterstütze euch gerne dabei,

  • Konfliktlösungsstrategien für euer Team zu entwickeln,
  • demokratische Haltung in eurer Arbeit zu verankern oder
  • Workshops und Fortbildungen zu Konfliktkompetenz zu konzipieren.

Kontaktiert mich für ein unverbindliches Gespräch über eure Bedarfe: gemeinsam finden wir Lösungen, die zu euch passen.

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